Römisch – Träumen unser Übernachtungswochenende 2017

SALVETE LEGIO! (Seid gegrüsst – Legionäre)

Flavius, Optio der Legion Vindonissa (der Centurio hatte mal wieder Ferien), nahm uns Neulinge in Empfang, gab uns unsere Legionärskleidung und schon waren wir mitten im Legionärs-Alltag.

 

Unser 1. ADARMA innert 10 Sekunden
Unser 1. ADARMA innert 10 Sekunden

Schon bald lernten wir die ersten Worte auf Latein. Unser Optio Flavius, gab wacker Befehle wie ADARMA in 10 Sekunden, aha. Dies bedeutet Aufstellen in Reih und Glied innert 10 Sekunden.

Natürlich bekamen wir ein Schild und eine Übungs-Pila (eine Art von Speer). Endlich alle Legionäre ausgerüstet, ging es los. AEQUATIS PASSIBUS PERGITE (im Gleichschritt vorwärts Marsch!) Natürlich mit LEVUM ( linker Fuss), also gemeinsames Laufen startend mit Links. Was anfangs noch etwas komisch wirkte, hatte uns in den Bann gezogen. Denn weiter ging es aufs Übungsfeld. Nicht nur marschieren muss ein Legionär können, sondern auch den Umgang mit dem Schild und der Waffe muss geübt werden. Hier leuchteten unsere Augen nun vollends… Das Schild hatte ein enormes Eigengewicht und man trug es links. Es war eher unbequem und drückte stark auf den Handrücken. Die Waffe ist immer in der rechten Hand.

Wir teilten die Gruppe in zwei Hälften auf. Die meisten Schilder lagen dann in einer Reihe am Boden (auch dies wurde strengstens kontrolliert), die Legionäre waren nun nur noch im Besitz ihrer Pila.
Da wir eine sehr „geschwätzige Gruppe Neuanwärter“ waren, lernten wir auch das Wort SILENTIUM, wow und wie laut die Stimme des Optios sein kann :-).

Der Optio gab die Befehle der einen Gruppe, zu den Schildern zu rennen (in dem er die Gegengruppe ansah / unausgesprochener Befehl), gleichzeitig machte sich die andere Gruppe bereit mit der Pila. PILA INCLINATE (Speer nach vorne kippen), ADIACTUM PARATE (bereit machen zum werfen), MITITE (werft!) und die Speere flogen rasant auf ihr Ziel zu! Diese Übung machte wirklich Spass, da der Ehrgeiz eines jeden (ob Gross oder Klein) angestachelt wurde. Ein richtiges Übungs-Schwert bekamen wir leider nicht, dafür haben wir einfach unsere Pila umgedreht und so wurde diese dann zum Schwert. Leider konnten wir nicht sehr lange Üben (wir wären wohl alle immer noch gerne dran), das Wetter meinte es schlecht mit uns und es regnete plötzlich sehr heftig.

Wir probierten dann noch die Formation Schildkröte, was sich als witzig herausstellte. Abgesichert von vorne (1. Reihe), sehr eng aufrücken, Schild über die Köpfe der 1. Reihe haltend, so lange weiter bis alle sicher geschützt waren. Unser Optio Flavius schlug dann heftig mit seiner Pila auf die Schilder. Da wurde es uns drunter also schon schwer ums Herz. Aber die Schildkröte hat standgehalten!

Auf dem Uebungsfeld mit Schild und Pila
Auf dem Uebungsfeld mit Schild und Pila

AEQUATIS PASSIBUS PERGITE (im Gleichschritt vorwärts Marsch), ging es zurück zu unserer Unterkunft.

Die Legionäre kochten gemeinsam das Abendessen. Unser Optio erklärte uns, was alles gemacht werden muss und die Legionäre teilten sich selbstständig auf. Wasser holen am Brunnen, Körner zu Mehl verarbeiten mit dem Mühlstein, Feueranzünden und am Brennen halten, Gemüse (Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Rüebli) mit dem Legionärsmesser schneiden (ging also mehr schlecht als recht, ausser man liebt Riesen-Rugeli mit 5cm Länge). Unser Optio brachte dann noch die Weizenkörner. So wurde ein römischer Legionärsbrei zubereitet. An allen Orten wurde gelacht und auch genascht, denn wir hatten Hunger!

Hunger und dann noch der heftige Regen! Blöde Kombination…
Hunger und dann noch der heftige Regen! Blöde Kombination…

Wir hatten sehr Hunger, das Essen war essbar. Vor allem war es Legionärstauglich und selbergemacht! Auch sein Geschirr selber abwaschen und bei sich im Legionärs-8ter-Haus aufbewahren gehörte dazu. Das Dessert wurde nicht vergessen. Ein knackiger Apfel versüsste uns den Abend.

Unser Optio erzählte uns dann noch einige Geschichten und Begebenheiten und wir lauschten alle gespannt. Wir waren sehr müde und froh endlich ins Bett zu kommen. Tja das Bett, ebenfalls Legionärstauglich hahaha. Holzkojen, die „Matratze“ waren Säcke gefüllt mit Stroh, dankbar mit Schlafsack und Wolldecke hatten wir eine kurze, kalte aber erholsame Nacht.

Geweckt hat uns Optio Flavius morgens um 7 Uhr mit der Trompete. Einige Legionäre kreischten so heftig, so dass wir anderen bereits vorgewarnt waren :-)

Dann hiess es, aufstehen, Frühstück vorbereiten. Mehl bearbeiten zu flachen Brötli und über dem Rost grillieren. Schmeckte ganz lecker, dazu warme Milch, Apfel, geröstete Haselnüsse und etwas Honig…

Da der Centurio immer noch in den Ferien war, durften wir mit Optio Flavius in die Räumlichkeiten des Centurios. Das hat uns sehr imponiert, in welchem Luxus man in höherer Stellung lebte…

Vielen herzlichen Dank allen Helfern und Teilnehmern. Es war witzig, anstrengend und lehrreich zugleich mit euch dieses aktive Wochenende zu verbringen!

„Evianus Gwerderi strix-aluco“