Besuch des Oberglatter Geflügelhofs

Den Geflügelhof durften wir in zwei Gruppen besuchen. Den Anfang machte die jüngere Gruppe (Kindergarten bis 3. Klasse). Paul von Euw hat uns freundlich begrüsst und auch gleich die Führung übernommen.  Zuerst gingen wir in einen Aufenthaltsraum wo Herr von Euw uns einiges erklärte. Natürlich waren die Kinder schon voll mit eigenen Fragen, was die Sache noch viel spannender machte…

Sie sind zwar nicht ein Bio-Zertifizierter Geflügelhof aber dennoch sehr nahe dran!

Ihnen ist es ein grosses Anliegen, nachhaltig in der Region und für die Region tätig zu sein.

Was bedeutet das? Die Eier werden in der Region mit dem grünen Lieferwagen vertrieben, also nicht per Schiene oder Lastwagen; Mitarbeiter sind vom Dorf und haben einen kurzen Arbeitsweg, das Futter wird selbst angebaut (mit Ausnahme von Soja); sie besitzten sogar zwei Silos;  das Hühnergaggi dient als Dünger auf den Feldern; die Hühner bleiben ca. 1.5 Jahre auf dem Geflügelhof bis sie dann zu Suppenhühnern werden oder als Zoofutter dienen.

Der Nachmittag war ein Hit! Hier ein paar Fragen und Antworten:

Alina und Michèle: Wieviele Eier haben sie pro Tag?
P. von Euw:  Alle Hühner legen zusammen zwischen 6‘500 – 7’000 Eier.

Alina: kommt der Fuchs auch mal und klaut Hühner?
P. von Euw: Leider war dies mal der Fall, aber der Fuchs kommt so in einen Blutrausch, dass er alle totgebissen hat und dann aber nur 2-3 Hühner mitgenommen hat. Das war ganz schlimm für uns.

Ylvi: was frisst ein Huhn?
P. von Euw: Unser Futter besteht hauptsächlich aus Körnern von Mais, Weizen, Raps, Soja, Gerste.

Jüngere Gruppe, Foto Evi Gwerder
Jüngere Gruppe, Foto Evi Gwerder

Alina: hat es auch Gügel dort?
P. von Euw: Ja es sind ein paar Gügel hier (diese haben wir auch gesehen).

Norah: es gibt verschiedene Rassen. Welche haben Sie hier?
P. von Euw: Wir haben braune, helle, dunkle mit Tupfen und graue mit Tupfen.

Giuliana: in einem Stall hat es sehr stark „geduftet“. Warum war dies so?
P. von Euw: Heute ist ein kalter Tag (mit Schneefall) und im Stall ist es nun wärmer. Die Hühner können halt nicht auf ein Klo mit Spühlung, sondern machen ihr Gaggi-Bisi-Gemisch auf den Boden. Bei rund 1000 Hühnern macht dies viel aus. Entsprechend riecht es dann.

Meli: haben sie auch eigene Bibelis?
P. von Euw: Nein, uns werden diese als Brutei (befruchtetes Ei / Güggel und Huhn haben geheiratet J) geliefert.

Carl: Auf dem Rundgang durften wir eine Feder auflesen, vielen Dank.

Paul: Warum klopfen sie immer, wenn sie in den Stall gehen?
P. von Euw: Wir klopfen vor dem Eintreten immer an, damit die Hühner wissen, nun kommt jemand und sie sind dann nicht so schreckhaft.

Andrin: war heute schnuppern und hat sich eher zurück gehalten. Rückmeldung der Mutter: die farbigen, harten Eier werden wir nicht essen, denn die habe ich vom Hühner-Chef persönlich erhalten!

Janosch: Was machen sie mit all diesen Eiern?
P. von Euw: Wir beliefern die Region mit dem Lieferwagen. Sobald dieser Gügel drauf ist „zeigt ein Eierkarton mit von Euw Symbol“ ist es von uns. Wir beliefern aber auch Restaurants mit „Aufschlah-Eier“. Das sind aufgeschlagene Eier welche in einer Flasche als Flüssig-Produkt geliefert werden. Dies ist eine Neuerung.

Am Ende der 3-Ställe-Führung durfte sich jedes Kind seine eigenen bunten Harteier aussuchen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Herr von Euw, vielen Dank, es war toll bei ihnen!

Unser Knuddel-Huhn, Foto Evi Gwerder
Unser Knuddel-Huhn, Foto Evi Gwerder

Nach einer 30 minütigen Pause kamen dann die Grossen (4.Klasse – 6. Klasse).

Auch die grossen durften die drei Hühnerställe besuchen und nach kurzer Zeit haben heftige Disskussionen statt gefunden J

Ruan: wie schwer ist so ein Hühnerei?
P. von Euw: Ein normals Ei wiegt ca. 54g, ein mittleres Ei hat dann schon 63g und ein riesiges Ei hat stolze 73g!

Desirée: Wieso haben Hühner unterschiedliche Gefieder?
P. von Euw: Das kommt halt auf die Rasse drauf an. Wir haben 4 verschiedene Rassen, manche Bauern die auch Hühner bei uns kaufen, wollen dann keine gemischte Gruppe sondern eine Einheitliche.

Espen: Wie geht es, dass ein Huhn ein Ei ohne Kücken legt?
P. von Euw: Herr von Euw grinst. Da hatten eben der Güggel und das Huhn noch nicht geheiratet, ach was, Spass bei Seite. Das Huhn wurde vom Güggel nicht begattet, das heisst der Güggel hat keinen Samen eingespritzt.

Anrai: Warum gibt es braune Eier und weisse?
P. von Euw: Das liegt daran, dass die Hühner verschiedene „Ohrhäute“ haben. Ist die Ohrhaut hell, wird das Ei immer weiss sein. Ist die Ohrhaut rot oder dunkel, wird das Ei immer braun sein.

Devora: Wie kamen sie dazu, diesen Geflügelhof zu bauen?
P. von Euw: Ich war in der glücklichen Lage hier bei meinen Eltern aufzuwachsen. Daher war es mir schon früh klar, dass ich den Hof übernehmen möchte. Natürlich habe ich einige Änderungen vorgenommen. Aber meine Liebe für die Hühner ist geblieben!

Valerie: Wie oft legt ein Huhn ein Ei?
P. von Euw: Ca. alle 1-1.5 Tage wird ein Ei gelegt.

Jasmin: Im 1. Stall waren die kleinen, wieviele von diesen 1‘000 Stück können mal ein Huhn werden?
P. von Euw: Wir haben eine hohe Überlebensrate. Bei uns sterben lediglich 3 Stück.

Die ältere Gruppe beim Schuh-Desinfektionsbad, Foto Evi Gwerder
Die ältere Gruppe beim Schuh-Desinfektionsbad, Foto Evi Gwerder

Pedro: Ab welchem Alter legen diese dann Eier?
P. von Euw: Mit etwa 5.5 Monaten legt ein Huhn das 1. mal ein Ei. Oftmals sind diese Eier kleiner oder enthalten sogar zwei Dotter. Aber aus zwei Dotter können nie Zwillingshühner schlüpfen.

Amos: Was hat das Huhn für eine Temperatur?
P. von Euw: Das Huhn hat etwa eine Temperatur von 37.8 Grad. Hat es zu warm, kann es leider nicht wie wir schwitzen, sondern es fängt an zu hecheln.

Ruan: wie ist nochmals der ganze Weg?
P. von Euw: Also: Brutei, Bibeli, Huhn oder Güggel, Huhn legt ab 5.5 Monaten bis ca 1.5 Jahr Eier, danach wird es zum Suppenhuhn oder dient als Fressen für den Zoo.

Ruan: kein Poulet?
P. von Euw: Nein kein Poulet. Unsere Hühner sind von schlanker Form, das eignet sich daher nicht als Poulet.

Die Zeit haben wir deutlich überzogen, denn es war so spannend auf dem Geflügelhof! Wir durften noch auf einen Traktor steigen, sogar ein Huhn liess sich von uns streicheln und knuddeln (nur Pedro wollte nicht, denn die Hühner bei seiner Grossmutter in Portugal seien sehr aggressiv, also nein Danke.) Auch die super schönen harten Eier durften wir aussuchen. Die Farben waren super leuchtend und die Eier einfach lecker!

Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Anlass!